Neuerscheinung: „Karriere in der Wissenschaft, aber befristet beschäftigt“

Wie attraktiv ist eine wissenschaftliche Karriere nach der Promotion – und welchen Herausforderungen begegnen junge Talente an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen?

Diesen Fragen gehe ich gemeinsam mit Anne Otto in unserem neuen Beitrag nach, der in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Personal in Hochschule und Wissenschaft entwickeln (2 | 2025) erschienen ist.

Im Zentrum stehen die Beschäftigungsbedingungen von Promovierten in Deutschland: Unsere Analysen auf Basis der IIPED-Daten zeigen, dass wissenschaftliche Karrieren vielfach mit befristeten Verträgen, Teilzeitstellen und vergleichsweise niedriger Entlohnung einhergehen – selbst noch Jahre nach der Promotion. Im Gegensatz dazu bieten privatwirtschaftliche Arbeitgeber Promovierten häufig unbefristete, gut bezahlte Vollzeitstellen.

Desonders deutlich sind die Unterschiede bererits kruz nach der Promotion. Abbildung 4 im Beitrag untersucht, welche Merkmale neu begonnene Stellen von Promovierten aufweisen – je nachdem, ob sie im akademischen Sektor verbleiben oder in die Privatwirtschaft wechseln. Die Unterschiede sind erheblich: Promovierte, die nach der Promotion in die Privatwirtschaft wechseln, erhalten deutlich häufiger unbefristete Vollzeitstellen, übernehmen Führungsaufgaben und erzielen überdurchschnittliche Einkommen (z. B. oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze zur Sozialversicherung). Wer hingegen im Wissenschaftssystem verbleibt, arbeitet weiterhin überwiegend befristet, oft in Teilzeit und mit geringerem Einkommen. Auch die Wahrscheinlichkeit, eine Leitungsfunktion zu übernehmen, ist im akademischen Bereich deutlich geringer.

Der Beitrag beleuchtet zudem:

  • wie sich die Befristungsquoten im akademischen und privaten Sektor entwickeln,
  • welche Faktoren die Chancen auf eine unbefristete Beschäftigung beeinflussen,
  • welche Rolle Geschlecht, Fachrichtung und Tätigkeit spielen,
  • und wie sich Angebot und Nachfrage nach wissenschaftlichem Personal in den kommenden Jahren verändern dürften.

Auf Basis dieser Ergebnisse formulieren wir konkrete Empfehlungen für die Personalentwicklung an Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Denn angesichts des demografischen Wandels und eines zunehmenden Wettbewerbs um qualifizierte Fachkräfte stellt sich die Frage, wie der akademische Sektor künftig konkurrenzfähig bleiben kann.

Der vollständige Artikel ist hier verfügbar: Personal in Hochschule und Wissenschaft entwickeln – Karriere in der Wissenschaft, aber befristet beschäftigt – Wie attraktiv sind Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen für junge Talente?

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